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La Reunion
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La Réunion

Die Insel Reunion ist nicht so wie andere Inseln. 10.000 Kilometer von Paris entfernt, ist dieses französische Land ein Stück Europa in den Tropen. Auf ihrer Fläche von 2.500 km2 hat sie außergewöhnliche Kontraste zu bieten. Dieser aus dem Indischen Ozean aufgetauchte Berg bietet einerseits das Bild einer Südseeinsel, gesäumt von Lagunen und hellen Sandstränden, hat andererseits aber ultramoderne Städte und zeitlose Dörfer aufzuweisen, die einsam im Gebirge liegen und bietet eine ungewöhnlich vielfältige Natur, die aus unendlich vielen Mikroklimata entstanden ist.

Die Zufälle des Vulkanismus haben die Insel vor fast drei Millionen Jahren aus den Fluten steigen lassen. Der Piton des Neiges, Kulminationspunkt der Insel (3.070 m) besteht aus Resten des ursprünglichen Massivs. Vor etwa 400.000 Jahren tauchte ein zweiter Vulkangipfel in etwa zwanzig Kilometer Entfernung auf: der Piton de la Fournaise. Während der Piton des Neiges endgültig erloschen ist, gilt la Fournaise heute als einer der aktivsten Vulkane unseres Planeten. Er bricht regelmäßig aus: seit 1998 bietet er Jahr für Jahr ein märchenhaftes Schauspiel. Das letzte ereignete sich am 12. Juni 2001.
Die Erosion hatte nicht genügend Zeit, dieses gewaltige Relief zu glätten. Im Zentrum der Insel zeugen die riesigen Einbrüche der Flüsse und Cirques (Mafate, Cilaos, Salazie) von der langsamen Arbeit der Elemente inmitten einer üppigen Vegetation.

Dieses Nebeneinander verschiedener Landschaften im Abstand von etwa zehn Kilometern macht den besonderen Charme der Insel aus. Eine vormittägliche Wanderung auf dem Vulkan kann man am Nachmittag mit einem Bad in der Lagune abschließen und dann zusehen, wie die Sonne hinter einem Korallenriff untergeht! Ausflüge in der Luft per Hubschrauber bieten einen guten Überblick über die gesamte Insel und die unzugänglichsten Orte. Die Facetten der Natur sind genauso unterschiedlich wie die Gesichter seiner Einwohner, die aus drei Kontinenten hierher gekommen sind und sich über die Jahrhunderte vermischt hoben. Ruf der lange Zeit unbewohnten Insel, die nur bei den Seefahrern auf ihrer Indienroute bekannt war, liessen sich die ersten Franzosen ab 1663 in Begleitung ihrer madagassischen Hausangestellten nieder. Im 18. Jahrhundert wurde der Aufschwung des Kaffeeanbaus von der Einführung der Sklaverei begleitet. Die dienstleistenden Arbeitskräfte kamen aus Madagaskar, von den afrikanischen Küsten und aus Indien. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Kaffee durch das Zuckerrohr ersetzt. Die Abschaffung der Sklaverei 1848 hatte eine massive Rekrutierung von Arbeitern aus Indien zur Folge. Anschließend kamen immer neue Bevölkerungswellen nach Reunion: mohammedanische Händler aus der Region Goujrat, Chinesen aus Kanton und später dann die französischen Beamten.

Aus dieser Verschiedenartigkeit ist ein großer kultureller Reichtum entstanden, verbunden durch eine gemeinsame Sprache:
das Kreolische, das vom Altfranzösischen abgeleitet ist. Die extrem vermischte Bevölkerung respektiert die Unterschiedlichkeit der Anderen und diese friedliche Koexistenz macht Reunion zu einem beneideten Modell der Toleranz. Auch das Erbe der Vorfahren wurde immer bewahrt. Von dem afrikanischen und madagassischen Beitrag ist der maloya geblieben, der bezaubernde Rhythmus, der mit dem Blues der Schwarzen Amerikas verwandt ist.

Die mohammedanischen Inder treffen sich in der Umgebung der Moscheen, die Tamilen aus Südindien unterhalten überall auf der Insel zahlreiche hinduistische Tempel, die Chinesen geben den neuen Generationen ihre Sprache und ihre Traditionen weiter. Aber hier ist jeder vor allem Franzose. Nicht selten erlebt man Reunionnaisen, die einen in brünstigen Katholizismus mit dem Kult ihrer Vorfahren verbinden. Diese Mischung findet man auch auf dem Speiseplan wieder. Ein "Cari", die unumgängliche Grundspeise der lokalen Küche, hat sicher ebenso vielfältige Ursprünge wie die Person, die ihn zubereitet! La Reunion, die Insel der Sinne zu wählen, bedeutet 1.000 Reisen in einer zu unternehmen.