Isla Margarita ist ein Wunderwerk der Natur
Dünn gesät sind die Orte, die mit dem Paradies vergleichbar sind. Wenn
es auf der Erde viele Orte gäbe, die diesem glücklichen Ort glichen,
ginge der Wert dieses Glücks verloren. Mancher behauptet, dass das
Geheimnis der Insel in dem Licht liegt, das sie erleuchtet, andere geben
ihre Lage als Grund für ihre Schönheit an. Ganz sicher kann man sich an
Margarita erfreuen. Es genügten schon die schönen Strände, aber dazu
kommt auch noch die unberührte Natur von Macanao und der Isthmus von La
Restinga mit seinem Labyrinth aus Mangrovenwäldern. Gar nicht weit
entfernt zeugen Schlösser und Kirchen von der Vergangenheit dieser
spanischen Kolonie und überall zeigt sich landeinwärts die tropische
Natur mit ihrer großzügigen Vegetation, die die Berghänge der höchsten
Erhebung, des Cerro Mayor, bis hinauf in die Wolken bedeckt, die seinen
Gipfel umgeben.
Die Insel ist eine Augenweide. Der nur vom Horizont begrenzte Blick auf
das Meer belohnt den Aufstieg auf ein Vorgebirge über jeder Bucht, aber
es genügt auch ein stiller Aufenthalt am Strand mit Blick auf das
unaufhörliche Kommen und Gehen der Wellen. Für viele ist Maragrita genau
das, was sie sich unter dem Paradies vorstellen.
Und jeder denkt dabei
an ein anderes Plätzchen auf der Insel, einige behaupten sogar vom
Paradies zu träumen, wenn sie auf ihrer Rückreise im Flugzeug oder auf
dem Schiff die schönsten Eindrücke in ihr Gedächtnis zurückrufen. Es
fehlen auch diejenigen nicht, die behaupten, dass die Insel gar nicht
wirklich existiere, dass sie
lediglich Frucht unserer Einbildung sei, die uns immer nur das Beste
vorgaukelt. Es waren nicht nur die Perlen, die den spanischen Eroberer
verführten, die Insel zog ihn auch durch die Großzügigkeit der Natur in
ihren Bann.
Keine Sümpfe, keine Pest, kein trüber Himmel, keine Steine
auf den Stränden, keine wilden Klippen fanden diese Männer auf dieser
karibischen Oase vor. Sie empfanden möglicherweise genau dasselbe wie
Tausende von Urlaubern, die nach Margarita kommen, so oft sie nur
können. Dieses vom Meer verwöhnte Stück Land besitzt etwas
Unerklärliches.
Hat man einmal den Boden von Nueva Esparta betreten,
kann man sich seinem Einfluss nur schwer entziehen. Unter den
Eingweihten zirkuliert ein offenes Geheimnis: Möglicherweise ist es ein
Kult, den Margarita um sich herum aufzubauen vermochte. Ungeduldig
umspült sie das Meer, ebensolche Ungeduld erzeugt sie bei denen, die sie
lieben und ihrer Anziehungskraft erlegen sind.