Luxor

Das oberägyptische Luxor mit seinen knapp 60.000 Einwohnern lebt neben
seinen Agrarerzeugnissen überwiegend vom Tourismus. Es ist eine Stadt
mit viel Geschichte und die Bauwerke Luxors dokumentieren die Blütezeit
dieser antiken Epochen. Luxor war einst Theben. Mit der Vereinigung von
Ober- und Unterägypten ca. 1500 v. Chr. wurde Theben Hauptstadt dieses
Neuen Reiches. Der Name Theben entstammt der griechischen Sprache,
bereits Homer sprach vom Theben der einhundert Tore. Theben wurde - wie
heute Luxor - von der Lebensader Ägyptens, dem Nil, in zwei Stadtteile
aufgegliedert.
Im Ostteil der Stadt liegen die berühmten Tempelanlagen: der Luxortempel
sowie die Karnak-Tempelanlage. Der Luxortempel, der den Gottheiten Amun
und Mut geweiht wurde, liegt im Herzen der Innenstadt. Nachdem die
Besucher die kolossalen Sitzstatuen von Ramses II. passiert haben,
werden sie in den gewaltigen Säulengang im Inneren geleitet. Besonders
beeindruckend sind zahlreiche Wandreliefs. Von diesem heiligen Ort
erhielt Frankreich Anfang des 19. Jahrhundert einen Obelisken, der heute
noch in Paris auf dem Place de la Concorde zu besichtigen ist.
Heutzutage befindet sich auf dem Gelände die Moschee des Sheikhs, die
besonders in den Abendstunden zum Verweilen einlädt. Die Illumination
des Gotteshauses zieht viele Besucher an.
Nur unweit des Luxortempels - etwa drei Kilometer nördlich - liegt die
Karnak-Tempelanlage. Dieser Weg ist ein herrlicher Spaziergang, da er
direkt am Nil entlang führt. Dennoch stehen dem Touristen viele Taxis
und etliche Pferdekutschen zur Verfügung. Die Karnak-Tempelanlage
erstreckt sich auf einer Fläche von 250.000 m². Über viele Epochen
verwirklichten sich die Herrscher und Pharaonen, in dem sie die Anlage
weiter- und umbauten. Besonderer Beliebtheit rühmt sich der riesige
Säulenwald, der aus 134 Säulen besteht. Jede Säule hat einen Umfang von
10 m und ist bis zu 24 m hoch. Reliefs und die antiken Farben sind
besonders beeindruckend.
Auf dem westlichen Nilufer am Fuße des Thebanischen Gipfels erstreckte
sich das Reich des Osiris - dem Gott des Jenseits. So war West-Theben
die Stadt, in der die Pharaonen mit ihren Familien und führenden Noblen
Ägyptens begraben wurden und ein Ort der Gottesverehrung. Das Tal der
Könige und Königinnen ist heute eine der Hauptattraktionen des Landes.
Viele Ruhestätten der Pharaonen sind zu besichtigen, aber nur wenige
lohnt es zu besuchen. Sehenswert ist beispielsweise das Grab Ramses IV
mit vielen farbenfrohen Fresken oder die Ruhestätte von Nefertari, der
Gemahlin Ramses II. Ein besonderes Erlebnis verspricht der Besuch des
Tempels der Hatschepsut. Der Tempel befindet sich an einem Berghang und
zeichnet sich durch eine dreistöckige Terrassenanlage aus.